Finalisten 2026

Burgdorf ReWorks – dr Stoff im Kreis

Burgdorf ReWorks revolutioniert den Umgang mit Alttextilien aus der Hotellerie, Gastronomie und Residenzen, indem das Unternehmen ausgediente Stoffe nicht als Abfall, sondern als wertvolle Ressource für die lokale Produktion betrachtet. Das Projekt schliesst textile Kreisläufe in der Region Burgdorf, indem hochwertige Upcycling-Produkte aus textilen Restströmen gefertigt werden. Dieser Ansatz reduziert die Abhängigkeit von Neu-Rohstoffen, minimiert den ökologischen Fussabdruck der Textilindustrie und fördert das Bewusstsein für zirkuläres Design.

Durch die Verbindung von traditionellem Handwerk mit modernen ökologischen Standards entstehen langlebige Produkte, die Ästhetik und Nachhaltigkeit vereinen. ReWorks demonstriert eindrücklich, wie die lokale Wertschöpfung gestärkt werden kann, während gleichzeitig die Umweltbelastung durch Textilabfälle signifikant gesenkt wird.

Burgdorf ReWorks macht aus alten Textilien neue, hochwertige Produkte – direkt in der Region. Statt Stoffe zu entsorgen, werden textile Restströme für lokales Upcycling genutzt. So entstehen langlebige Designprodukte aus Restmaterialien. Das spart Ressourcen, reduziert Abfall und stärkt die regionale Wertschöpfung.

 

Beteiligte Unternehmen: Schwob AG, SAZ Burgdorf
Home – Schwob AG

Home – SAZ Burgdorf

CAZ Cascara – das Erfrischungsgetränk mit Impact.

Die weltweite Kaffeeproduktion bringt enorme Probleme mit sich: Pro Kilo Rohkaffee bleiben zwei Kilo Fruchtfleisch übrig. In den meisten Fällen landet dieser wertvolle Rohstoff ungenutzt im Abfall und verursacht enormen Methanausstoss. Ein weiteres Problem ist die soziale Schieflage im globalen Kaffeemarkt: Kaffeebäuerinnen und -bauern profitieren kaum von der Wertschöpfung und ihre Arbeit wird zunehmend unrentabel.

CAZ Cascara bringt das Potenzial der Kaffeekirsche in die Flasche: ein natürlich koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk mit ökologischem, sozialem und wirtschaftlichem Impact.

Die „Cascara“ – das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche, das normalerweise bei der Kaffeeproduktion entsorgt wird – dient hierbei als nährstoffreicher Rohstoff. Diese ist von Natur aus koffeinhaltig, reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Antioxidantien und seit wenigen Jahren als Novel Food zugelassen.

Das Resultat ist ein naturbelassenes, koffeinhaltiges Getränk, das den aktuellen Zeitgeist trifft: gesundheitsbewusst, ökologisch sinnvoll und geschmacklich einzigartig.

Durch das Upcycling wird die Effizienz im Kaffeeanbau gesteigert und den Kaffeebäuerinnen und -bauern in den Anbauländern eine zusätzliche Einkommensquelle erschlossen.

CAZ Cascara setzt damit ein starkes Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung entlang globaler Lieferketten und bringt die Kreislaufwirtschaft direkt ins Verkaufsregal.

Beteiligte Unternehmen: Marolini GmbH (CAZ Cascara)

https://www.caz-cascara.ch

FOODOO

FOODOO rettet Gemüse, das aufgrund optischer Mängel oder von Überproduktionen nicht im regulären Handel landet, und verarbeitet es zu hochwertigen Bouillons und Saucen. Ziel ist die radikale Reduktion von Food Waste direkt bei den Produzenten. Anstatt „krummes“ Gemüse unterzupflügen oder zu entsorgen, wird es bei FOODOO zum Hauptdarsteller geschmackvoller Produkte.

Mit einem neuen Ansatz gehen wir nun einen Schritt weiter: Ein wöchentlicher Markt an mehreren Standorten bietet Gemüse und Früchte, Milchprodukte sowie weitere Lebensmittel an, die aufgrund kleiner Schönheitsfehler, naher Mindesthaltbarkeitsdaten oder anderer Mängel nicht im regulären Handel verkauft werden – obwohl sie einwandfrei und genussfähig sind.

„Unser Ziel ist es, den Wert von Lebensmitteln neu zu definieren. Es geht nicht darum, ob eine Karotte krumm ist, sondern darum, dass sie gesund und schmackhaft ist.“

Über eine WhatsApp-Gruppe können sich Interessierte informieren und erhalten direkten Zugang zu preiswerten, nachhaltigen Lebensmitteln. Das Konzept verbindet bewussten Konsum mit gesellschaftlicher Verantwortung und zeigt, dass der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung im Alltag ganz einfach sein kann.

 

Beteiligte Unternehmen: FOODOO GmbH

FOODOO Gemüsebouillon | Utzigen | Against Food Waste

Formcollection

Upcycling-Ansatz. Das Unternehmen entwickelt hochwertige Akustiklösungen und Designobjekte aus industriellen Restmaterialien, die in anderen Produktionsprozessen als Verschnitt anfallen würden. Diese Materialien werden nicht als Abfall betrachtet, sondern als wertvolle Ressource, die durch präzise Verarbeitung, mit Robotik und3D-Druck und gestalterische Innovation eine neue Funktion und Ästhetik erhält.

Ein zentrales Element von Formcollection ist der geschlossene Materialkreislauf: Die eingesetzten Reststoffe werden vollständig in langlebige Produkte überführt, deren Qualität, Nutzungsdauer und zeitloses Design eine erneute Rückführung in den Recyclingprozess ermöglichen. So entsteht ein kompletter Loop – von der Wiederverwendung über die Nutzung bis hin zur erneuten Materialverwertung.

Formcollection zeigt, dass Nachhaltigkeit und Premium-Design kein Widerspruch sind. Die bewusste Materialwahl wird zum Qualitätsmerkmal moderner Innenarchitektur und beweist, dass Upcycling-Produkte auch im anspruchsvollen Design- und Objektbereich bestehen können.

Beteiligte Unternehmen: Form AG, kreative Macher

Startseite – FORM AG kreative Macher

Neighborhood

Das Kooperationsprojekt NEIGHBOURHOOD entwickelt in Bern eine Antwort auf das Problem der textilen Überproduktionen (Pre-Consumer Waste) in der Mode- und Textilindustrie. Weltweit bleiben rund 25 Prozent der produzierten Kleidungsstücke unverkauft und ungetragen. Ab 2026 untersagen neue europäische Regulierungen die Zerstörung oder das Recycling dieser Produkte, wodurch Upcycling zu einer ökologisch wie ökonomisch notwendigen Strategie wird.

Das Design- und Produktionsnetzwerk NCCFN nutzt seit 2020 Überproduktionen als strategische Materialquelle. Kleidungsstücke aus dem Shop, Online-Rückgaben, fehlerhafte Bestellungen sowie Überproduktionen aus der Bekleidungsindustrie werden nicht abgeschrieben, sondern behalten ihren materiellen und wirtschaftlichen Wert. Sie werden gezielt weiterentwickelt und in neue Kontexte überführt.

Die serielle Verfügbarkeit und die hohe Qualität von Pre-Consumer-Waste ermöglichen marktfähige, übertragbare und skalierbare Anwendungen. Mit dem langfristig angelegten Projekt NEIGHBOURHOOD setzt NCCFN genau diesen Lösungsansatz um: Lokal vorhandene, überschüssige Waren werden als Ressource genutzt und vor Ort in neue, marktfähige Produkte überführt.

Das Projekt startet im April 2026 im Kaiserhaus OF GOODS an der Marktgasse in Bern, einem Ort, der Modehandel, Design, textile Produktion, Reparatur, Upcycling, Vermittlung und Kreislaufwirtschaft systemisch zusammenführt.

Als erster Kooperationspartner wirkt der legendäre, familiengeführte Berner Kult-Shop Kitchener mit. NEIGHBOURHOOD stärkt die lokale Wertschöpfung und macht textile Kreislaufwirtschaft im urbanen Raum sichtbar und erlebbar.

Tide Ocean

Die Tide Ocean SA, kurz #tide®, bekämpft die Plastikverschmutzung der Weltmeere, indem es Kunststoffmüll aus Küstengebieten in einen hochwertigen Rohstoff für die Industrie verwandelt. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften in Südostasien wird Plastikabfall gesammelt, sortiert und mittels modernster Upcycling-Technologie zu Granulat verarbeitet, das konventionelle Neukunststoffe ersetzen kann.

Dieses Granulat wurde bereits von mehr als 80 Firmen für deren Produkte verwendet, darunter auch Berner Marken wie Certina, PB Swiss Tools, Meister oder Spielhofer/Fleurolle.

Das Material findet Anwendung in verschiedensten Branchen – von der Uhrenindustrie bis hin zum Möbelbau. #tide® schliesst nicht nur den Kunststoffkreislauf, sondern schafft durch faire Arbeitsbedingungen und ökologische Innovationen eine messbare soziale und ökologische Wirkung auf globaler Ebene.

 

Beteiligte Unternehmen: Tide Ocean SA

https://www.tide.earth/de/

Finalisten 2025

Bogen17

Bogen17 kombiniert nachhaltige Lebensmittelproduktion mit innovativem Design und regionaler Wertschöpfung. Im Zentrum steht die Entwicklung eines fermentierten Mehls, das Restmehle aus der Müllerei zu einem hochwertigen Rohstoff aufwertet. Dieser Ansatz reduziert Abfallströme, senkt dank kurzer Transportwege den CO₂-Ausstoss und ermöglicht die Herstellung zuckerarmer Backwaren mit natürlicher Süsse – ganz ohne Zuckerzusatz. Fermentiertes Mehl vereint ökologische Vorteile mit Marktpotenzial: Die Upcycling-Technologie bietet eine nachhaltige Alternative zu konventionellen Rohstoffen und schafft innovative, gesundheitsbewusste Lebensmittel, die den wachsenden Ansprüchen an Nachhaltigkeit und Qualität gerecht werden.

Die Zusammenarbeit mit lokalen Bäckereien, wie der Bäckerei Bohnenblust, stärkt die regionale Wirtschaft und ermöglicht die Schaffung einzigartiger Produkte. Bereits 2024 wurde fermentierte Pasta im Restaurant Bogen17 erfolgreich getestet und mit dem Schweizer Design Preis für Food Design ausgezeichnet. Die geplante Produktionsstätte in Aegerten BE wird ab 2026 die breite Vermarktung an Bäckereien ermöglichen.

 

Beteiligte Unternehmen:  

Bäckerei Bohnenblust, ONRI Ferments

https://www.bogen17.ch/

CIRCEA

Das 2024 gegründete Start-up CIRCEA spezialisiert sich auf die Erfassung und Nutzung von biogenem CO₂ aus fermentativen Prozessen wie der alkoholischen Gärung und Biomethananlagen. Ziel ist es, diese ungenutzten CO₂-Quellen in regionale Wertschöpfungsökosysteme einzubinden und fossiles CO₂ zu ersetzen. Das besonders reine biogene CO₂ eignet sich für die direkte Wiederverwendung, beispielsweise in der Lebensmittelindustrie besonders gut: So können etwa Brauereien ihre Versorgungskosten senken und zur Kreislaufwirtschaft beitragen. Mit dieser Lösung treibt CIRCEA die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft voran und unterstützt die Defossilisierung der Wirtschaft. Nach erfolgreichen Tests mit einem Winzer im Wallis wurde das erste Pilot-Ökosystem im Kanton Waadt gestartet. Partner sind unter anderem das Weingut Schenk (Rolle), die Brauerei La Nébuleuse (Renens) und ein führender Getränkehersteller. Das Start-up-Unternehmen ist derzeit an der HAFL-BFH untergebracht und wird dort betreut.
Die Vorteile von CIRCEAs Ansatz umfassen:

  • Lokale Lösungen: Massgeschneiderte Technologien für Winzer, Brauereien und Biogasproduzenten.
  • Hochkonzentrierte CO-Erfassung: Effiziente Rückgewinnung von CO₂ mit hoher Reinheit, ideal für die Wiederverwendung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.
  • Neue Wertschöpfungsketten: Verknüpfung von CO₂-Quellen mit regionalen Abnehmern, um zirkuläre Bioökosysteme zu fördern.

Die Nachfrage ist hoch: 81 % der Schweizer Brauereien sind bereit, CO₂-Rückgewinnungstechnologien einzusetzen. Mit einem Marktvolumen von 35 Millionen CHF für lebensmitteltaugliches CO₂ fossilen Ursprungs in der Schweiz und einem ROI von 4–5 Jahren ist CIRCEA optimal positioniert, um die Transformation hin zu einer zirkulären Bioökonomie voranzutreiben.

 

Beteiligte Unternehmen : keine

https://circea.ch/ 

Gaia Tech

Mithilfe innovativer Technologien transformiert Gaia Tech Abfallprodukte, wie Trester (z.B. Wein, Oliven) und Presskuchen (z.B. Raps), in multifunktionale Zusatzstoffe wie zum Beispiel Antioxidantien-Extrakte, die synthetische Alternativen ersetzen und damit die Produktqualität verbessern und Ressourcen schonen.

Durch Partnerschaften mit der HACO Group, Biotta AG und der BFH HAFL nutzt Gaia Tech Synergien in der Region Bern und fördert eine lokale Kreislaufwirtschaft. Dieses starke Netzwerk ermöglicht es, die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken – von der Quelle der Nebenströme über die Produktentwicklung bis hin zur Endanwendung. Kurze Wege zwischen ihrem Unternehmensstandort und den Partnern erleichtern die Zusammenarbeit und stärken den Absatzmarkt für ihre innovativen Lösungen.

Mit seiner proprietären Extraktionsmethode bietet Gaia Tech eine Lösung für bisher ungenutzte Biomoleküle, die nicht nur Abfall reduziert, sondern auch Methanemissionen vermeidet. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach nachhaltigen Inhaltsstoffen und dem begrenzten Angebot verbessert Gaia Tech die ökologische Bilanz von Endprodukten, senkt Rohstoffkosten und unterstützt die Konsumgüter- und Chemieindustrie auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.

 

Beteiligte Unternehmen:

HACO Group, Biotta AG, BFH HAFL.

https://www.gaiatech.ch/

Luya Foods

Luya Foods revolutioniert die Lebensmittelindustrie mit einer innovativen Fermentationstechnologie, die aus Okara – einem Nebenprodukt der Tofuherstellung – und Kichererbsen schmackhafte, vielseitige und nachhaltige Alternativen zu Fleisch produziert. Die bio-zertifizierten Produkte kommen ohne Zusatzstoffe aus und tragen aktiv zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung und CO₂-Emissionen bei. Seit 2021 hat das Unternehmen mehr als 31.000 kg Okara in hochwertige Lebensmittel umgewandelt und dabei im Vergleich zu Fleisch erhebliche Einsparungen bei Wasser- und Ressourcenverbrauch erzielt.

Die Produktionsstätte befindet sich in einer ehemaligen Schokoladenfabrik in Bern-Bümpliz, wo alle Produkte entwickelt und produziert werden. Neben dem Direktverkauf bei Coop oder Rüedu, darf Luya beispielsweise die YB Gastro AG, GEWA Gastronomie und viele weitere Restaurants zu ihren zufriedenen Kund*innen zählen. Zusätzlich kooperiert das Unternehmen seit Beginn mit führenden Schweizer Hochschulen wie der EPFL, ETHZ und BFH-HAFL. Damit stärkt Luya Foods Bern als Standort für nachhaltige Lebensmittelproduktion und schafft Arbeitsplätze sowie Knowhow im Bereich Solid State Fermentation.

Mit der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen und pflanzenbasierten Lebensmitteln – 40 % der Schweizer Bevölkerung planen, künftig mehr davon zu konsumieren – ist Luya Foods optimal positioniert, um diesen Markt zu gestalten und eine umweltfreundlichere und gesunde Ernährung zu fördern.

 

Beteiligte Unternehmen:  keine

 

https://luya.bio/

mobileup

mobileup ist die am schnellsten wachsende Plattform für aufbereitete Elektronikgeräte in der Schweiz. Mit dem Ziel, das «grüne Digitec» zu werden, setzt mobileup auf die Verlängerung der Lebenszyklen von Elektronikgeräten und reduziert so CO₂-Emissionen und Elektroschrott nachhaltig. Einen beträchtlichen Teil des Umsatzes erzielt die Firma mit sorgfältig aufbereiteten gebrauchten Geräten, die von Privat- und Geschäftskunden direkt über ihr Trade-In-Programm oder Auktionen erworben werden können. Die Plattform vergleicht zudem Angebote für bereits aufbereitete Geräte aus über 30 Quellen, um die besten Produkte zur Verfügung zu stellen. Neben einem Pilotprojekt mit Electronic Partners ist eine Kooperation mit der Schweizerischen Post geplant, um Reparaturen und die Rücknahme von End-of-Life-Geräten anzubieten. Das Marktpotenzial für aufbereitete Elektronik in der Schweiz beträgt 500 Millionen CHF und wächst jährlich um 12 %. mobileup trägt aktiv dazu bei, dieses Potenzial auszuschöpfen und die Zukunft nachhaltiger Technologie zu gestalten.

 

Beteiligte Unternehmen:  keine

https://www.mobileup.ch/ 

Finalisten 2024

ENGA

ENGA, ein im Februar 2022 gegründetes Startup, entwickelt Produkte aus recycelten Kunststoffen aus dem Ozean wie auch aus der Schweiz – biobasierte Materialien, additive Technologie und dezentrale Kreisläufe kommen dazu. Erste Produkte sind bereits auf dem Markt: Lampen und Töpfe sind in verschiedenen Verkaufsstellen im Grossraum Bern zu finden. Demnächst ergänzen Möbel aus Upcycling-Kunststoff-Platten das Produktportfolio. Prototypen von Produkten aus recyclierten Jute-Säcken und natürlichen Harzen sind am Entstehen.   

Die ökologische Analyse hat gezeigt, dass das dezentrale Recycling 4.5 mal weniger Energie für das Recycling und 52 mal weniger Energie für den Transport verbraucht als zentrales Recycling. Skalierbarkeit und Reproduzierbarkeit in anderen Regionen sind weitere Treiber von ENGA, wie auch kurze Transportwege, regionale Partner mit ergänzenden Kompetenzen und – wo immer möglich Rohstoffe der Region für Produkte für die Region – sowie langlebige und reparierbare Produkte und Trennbarkeit der Produkte. Parallel zur Produktion entwickelt ENGA auch Geschäftsmodelle für kooperatives Wirtschaften mit regionalen Wertschöpfungsketten.  

Beteiligte Unternehmen :

Lieferanten: Tide Ocean Materials (Lengnau und Basel), Smart Materials 3D (Jaen, Spanien), Upboards (Gretzenbach), sasminimum (Paris), Stiftung Zentrum SIV (Biel)  

Vertrieb: Alabama (Biel), Brechbühl Interieur (Nidau), Anliker (Bern und Thun), Meubles Rossetti (Boudry), Kitchener (Bern), Einzigart (Zürich), Meghini (Neuchâtel), CasaCucina (Biel), Villa Linenegg (Biel), Asandri Studio (Zurich) 

https://www.enga.swiss/

Mymyio

Jedes Jahr wird in der Schweiz Büromobiliar im Wert von über 350 Millionen Schweizer Franken angeschafft und bestehendes, meist hochwertiges Mobiliar wird entsorgt oder eingelagert. Sowohl die Lagerung als auch die Entsorgung stellen jedoch einen erheblichen zusätzlichen Kostenaufwand dar. Damit besteht die Gefahr, dass das Mobiliar einfach ins Ausland verschoben wird, was das eigentliche Problem nicht löst.
Für Mymyio sind solche Lager-Bestände wertvolle Rohstoffe, die mit der Realisierung von neuen und hochwertigen Möbellösungen rasch wieder in den Umlauf gebracht werden können und danach im Kreislauf bleiben.  

Mit der Wertstoff-Cloud von Mymyio kann das Rohstoffpotential sofort genutzt werden. Verbunden mit gutem, hochwertigem Design das an New Work Bedürfnisse angepasst ist, können sogar massgeschneiderte Produkt- und Projektlösungen angeboten werden. Bestehender Wertstoff wird dabei so wiederverwendet, dass nicht erkennbar wird, dass Kreislauf-Material verwendet wurde. 

In einer Zeit, in der Rohstoffe nur schwer und kostenintensiv verfügbar sind, bietet Mymyio also eine überzeugende Alternative zu bestehenden Anbietern, die versuchen, ihre Rohstoffe teilweise nachhaltig zu erzeugen. Mymyio geht hier einen wesentlichen Schritt weiter, indem interessierte Firmen die Produkte aus einem Katalog beziehen können. Die Produkte von Mymyio werden industriell und in Serie hergestellt und sind in Bezug auf Design, Qualität und Preis absolut konkurrenzfähig zu bestehenden Anbietern. 

Mymyio erschliesst sich so ein ganz neuer Markt mit kreislauffähigen Produkten. 

Einige Vorteile von mymyio:  

– 94% Zirkulär-Material
– Rasche Lieferfristen 

– Keine Zwischenhändler 

– Nachhaltige Beschaffung 

– Swiss Made 

– 2 Jahre Garantie 

– Hohe Qualität in Verarbeitung 

 

Beteiligte Unternehmen:  

Girsberger Remanufacturing

https://mymyio.com/

Scrimber

Scrimber ist ein hochwertiges tragendes Bauprodukt aus Holz, das CO2-emittierenden Beton und Stahl im Bauwesen ersetzen kann. Darüber hinaus optimiert Scrimber die derzeitige Holzausbeute auf bis zu 90 %, was eine maximale CO2-Speicherung im Kreislauf der Natur bedeutet. 

Scrimber ist ein Upcycling-Produkt, da es aus minderwertigen Holzsortimenten (z.B. kleinere, unregelmässige Stammquerschnitte, Äste und Resthölzer wie Seitenware aus Sägewerken) wie auch aus Altholz hergestellt wird. Ein weiterer Vorteil der Scrimberplatten ist, dass sie nach der ersten Nutzungsphase in einem Gebäude direkt als Bauteil wiederverwendet werden können. Hierzu wird eine Plattform für Scrimber auf Basis bestehender Lösungen auf den Markt gebracht. 

Zurzeit befindet sich Scrimber noch in der Entwicklungsphase. In Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule, Departement Architektur, Holz und Bau (AHB) und Technik (TI) läuft das Innosuisse-Projekt «Upcycling von kostengünstigen Holzsortimenten zu hochwertigen Bauelementen». Das Marktpotenzial für Scrimber ist gross: Langfristig wird eine Produktion von mehreren hunderttausend bis zu mehreren Millionen Kubikmetern pro Jahr angestrebt.  

 

Beteiligte Unternehmen:  

Federführend und Initiator von Scrimber ist die Scrimber CSC Schweiz AG Thun. Burgergemeinden, Holzvermarktungsgenossenschaften und die Firmen Timbatec Holzbauingenieure Schweiz AG, OLWO AG als Holzlieferant und Produkthändler, Dietrich Isol AG für die Spreisselherstellung und SWISS KRONO AG als industrieller Holzwerkstoffhersteller sind an der Produktentwicklung Scrimber beteiligt. Zahlreiche weitere Interessenten und Firmen sind im Rahmen der Interessengemeinschaft IG Scrimber (www.scrimber.org) stark am Thema Scrimber interessiert und werden je nach Bedarf noch fest mit einbezogen. 

https://www.scrimber.com/de/

Second-life-Recharger

Der anhaltende Trend zu Elektrofahrrädern in der Schweiz bleibt ungebrochen. Im Jahr 2022 wurden laut Velosuisse über 45% aller Fahrräder mit Elektroantrieb verkauft. Diese Tendenz ist weiterhin steigend! Vorsichtigen Schätzungen zufolge waren im Jahr 2022 Fahrrad-Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von 148 MWh im Umlauf. Im Durchschnitt dürfte der Großteil dieser Batterien nach acht Jahren bei durchschnittlicher Nutzung des Fahrrads noch eine Kapazität von mehr als 80% aufweisen und könnte für weitere 8 Jahre als Speicher in anderen Anwendungen verwendet werden. Insbesondere E-Bikes für den Pendlerverkehr zeigen nach einer Auswertung des Zentrums für Energiespeicherung der Berner Fachhochschule oft ein Gebrauchsprofil, das für eine lange Lebensdauer prädestiniert ist. Sie werden nur teilweise entladen und kommen häufig wieder ans Ladegerät. 

In Zusammenarbeit mit Spezialisten aus der Region hat die Firma Thömus ein neues Pendlerfahrzeug namens «Twinner» entwickelt, das möglichst viele der verwendeten Komponenten nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft wiederverwenden will. Für die Batterie als eine der Hauptkomponenten dieses E-Bikes wurde daher eine vollständige Prozesskette entwickelt, gemäß den 4R-Prinzipien: Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln und Remanufacture (Wiederaufbereiten). 

Nach der Auswertung von Gebrauchsdaten von über 10’000 alten Batterien der E-Bikes der Marke Stromer ist es möglich, die Lebensdauer einer E-Bike-Batterie bei optimalem Gebrauch ohne Komfortverlust für die Fahrerin oder den Fahrer um bis zu 25% zu verlängern. Ein für den Twinner entwickelter Digitaler Assistent für das Smartphone, der auf maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz basiert, gibt der Twinner-Fahrerin oder dem Twinner-Fahrer in Echtzeit entsprechende Ratschläge. Gleichzeitig lässt sich am Ende der Nutzung der Batterie im Fahrzeug anhand eines Performance-Index, der von der BFH aus den statistischen Gebrauchsdaten entwickelt wurde, überprüfen, ob sich ein weiterer Einsatz dieser End-of-First-Life-Batterien als Second-Life-Speicher ökonomisch und ökologisch auszahlt. 

Zu diesem Zweck wurde eine Second-Life-Speicher-Anwendung mit dem Namen «Second-Life-Battery-Recharger» entwickelt, die es erlaubt, mehrere E-Bike-Batterien zu einem Stromspeicher zusammenzustellen. Dieser kann beispielsweise mit einem Hybrid-Wechselrichter für eine Photovoltaikanlage in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus, als unterbrechungsfreie Stromversorgung in einem industriellen Betrieb oder als Inselnetzanlage z.B. auf einer Alphütte genutzt werden.  

Die Stiftung Swiss Bike Park und Thömus haben gemeinsam mit ihren Partnern BFH, Integrated Power Solutions, GVB, Petrusso, Gustoil im Swiss Bike Park Oberried einen Piloten mit 10kWh Speicherkapazität realisiert und arbeiten nun an einer Nullserie für einen Speicher mit einer Größe von 30 kWh zusammen mit dem erweiterten Partnerkreis 89Grad, batterylog und Studer innotec. Jeweils drei Geräte aus der Nullserie werden sich modular zu einer 100 kWh Anlage zusammenschalten lassen und werden so in verschiedenen Gebäuden der Gustoil erprobt. 

Die Lebensdauer der Second-Life-Battery-Recharger-Anlage wird erheblich verlängert, indem Batterieelemente, die das Ende ihrer nutzbaren Lebensdauer erreicht haben, fortlaufend durch weitere End-of-First-Life-Batterien aus dem Twinner E-Bike erneuert werden. Hierfür wird ein Cloud-basierter Überwachungsalgorithmus realisiert, der die Daten der einzelnen Batteriemodule weiterhin aufzeichnet und diese auf mögliche vorzeitige Alterung untersucht. Erreicht ein Batteriemodul das Ende seines Second-Life-Einsatzes, wird automatisch ein Wechsel ausgelöst. Die Speicherbesitzerin oder der Speicherbesitzer erhält dann eine Ersatzbatterie zugeschickt, wechselt diese aus und schickt die alte Batterie zurück. Damit kann Thömus oder ein anderes beauftragtes Unternehmen die Rückführungsrate der Batterien ständig kontrollieren und besitzt neben neu zu verkaufenden Anlagen auch die bereits im Betrieb befindlichen Anlagen für die Second-Life-Verwendung der Batterien. Durch die nahtlose digitale Anbindung der Batterie vom ersten Leben bis zum Ende des zweiten Lebens kann eine annähernd ideale Rückführungsquote garantiert werden. Am Ende des zweiten Lebens kann zudem je nach Zustand des Batteriegehäuses entschieden werden, ob nur ein Austausch der Zellen möglich ist (Refurbish) oder die ganze Batterie dem Recycling zugeführt werden soll. 

Grundsätzlich setzt sich Thömus dafür ein, Batterien mit Zellen aufzubauen, die den geforderten Anteil an recycelten Rohstoffen besitzen, und dass Zellen mit möglichst geringem CO2-Gehalt aus der Produktion verwendet werden. 

 

Beteiligte Unternehmen:

Stiftung Swiss Bike Park, Thömus, Firma 89Grad, Integrated Power Solutions, Batterylog, Studer innotec, mit Unterstützung der GVB Kulturstiftung, Petrusso und Gustoil. 

https://www.bfh.ch/de/aktuell/news/2023/swiss-bike-park/

Rework

Rework stellt Kleiderkollektionen her, die nach dem Upcycling Design Konzept aus Secondhandkleidern genäht werden. Im Unterschied zum klassischen Secondhandverkauf bietet das Upcycling Design mehr Gestaltungsmöglichkeiten. So können zum Beispiel wie bei konventioneller Mode unterschiedliche Grössen angeboten werden. Die ökologischen Vorteile von Secondhand hingegen bleiben bestehen, weil keine neuen Rohstoffe, keine Anbauflächen, kein Wasser und keine Chemikalien benötigt werden. Die Umweltkosten eines Upcycling T-Shirts von Rework betragen nicht einmal 10 Prozent eines regulär produzierten T-Shirts.  

Rework wurde im Jahr 2019 als eigenständige Firma gegründet, nachdem bereits Anfang der Nullerjahre, damals noch als Teil des Kleiderladens Fizzen, mit ersten Produkten experimentiert wurde. Heute existiert ein breites Sortiment aus Oberteilen, Hosen, Kleidern, Röcken, Kinderkleidern, Taschen, Rucksäcken und allerlei Accessoires zu bezahlbaren Preisen zwischen 19.- und 139.- Franken. Inzwischen gibt es 6 Shops in verschiedenen Schweizer Städten und die Bekanntheit nimmt laufend zu. Insbesondere in Bern, wo der Umsatz des Ladens an der Marktgasse 58 im Vergleich zum letzten Jahr signifikant gesteigert werden konnte.   

Um Upcycling im Textilbereich jedoch grossflächig möglich zu machen, ist es unabdingbar, auch regional Produktionsstätten anbieten zu können, insbesondere da die Materialien im Unterschied zu konventioneller Produktion bei diesem Szenario nichtvorwiegend aus Asien kommen, sondern bereits regional vor Ort sind. In diese Richtung möchte sich Rework in Zukunft weiterentwickeln.  

 

Beteiligte Unternehmen:

Die Produktion findet in zwei firmeneigenen Nähateliers in Indien und Thailand mit ungefähr 60 Mitarbeitenden statt. Weiter involviert ist das Blinden- und Behindertenzentrum Bern, wo das Waschen übernommen wird. Dazu kommen Arbeitsintegrations-Organisationen wie das KA, Farb AG oder das SRK, für die Rework Praktikumsplätze anbietet im Bereich Logistik, Nähen und im Verkauf.  

Neben den eigenen Shops gibt es die Produkte auch in den Fizzen Shops zu kaufen. 

https://www.rework.ch/